Pilot Pirx

Pilot PirxZu den liebenswürdigsten Gestalten, die der polnische Science-fiction-Autor Stanislaw Lern geschaffen hat, gehört der Pilot Pirx. Die Erzählungen entstanden im Verlauf vieler Jahre. Der Kritiker Jerzy Jarzebski schreibt zu den Geschichten vom Piloten Pirx, sie seien im Grunde von Anfang bis Ende Variationen über ein Thema: »Nämlich das Modell des Menschen der kosmischen Ära. Ist das vielleicht ein zu hoch gestochener Ausdruck? Tatsache ist, daß der vorerst als Kadett, am Ende als Kommandant titulierte Pirx in den aufeinanderfolgenden Erzählungen immer schwierigeren Prüfungen unterzogen wird. Fast alle Pirx-Episoden prüfen seine physische Leistungsstärke, seine praktische Begabung und Cleverness, schließlich seine intellektuellen Fähigkeiten.«

1 1 1 1 1 Rating 3.50 (6 Votes)
Image

Als der »Planet des Todes«, der im Original »Die Astronauten« heißt, 1951 erstmals erschien, mutete der Gedanke an den Start in den Kosmos, an Weltraumfahrten und Astronauten noch wie eine ferne Utopie an, zumindest für den Laien. Heute, aus der Distanz von mehr als einem Vierteljahrhundert, mag manchem daher Lems Romanerstling in vielen Details überholt vorkommen, überholt von der Wirklichkeit und neuen Erkenntnissen. Wenn der „Planet des Todes" trotzdem seine Leser immer wieder in den Bann zieht, dann wegen der für den polnischen Schriftsteller charakteristischen Verbindung utopischer Überlegungen mit aktuellen Problemen. Hier auch mit dem seit Hiroshima offenkundigen Schrecken der Atomkraft, die außer Kontrolle gerät. Denn die Abenteuer, die Lems Helden zu bestehen haben, lehren sie die Kraft des Atoms, sie warnen aber auch vor seinem Missbrauch durch Ignoranz und egoistisches Machtinteresse. Und darin besteht die anhaltende Wirkung dieses historisch-utopischen Romans.